Was macht das LWB-Zentrum

Auf der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes in Arusha/Tansania im Juni 2008 wurde auf Vorschlag vom DMD Programmausschuss die Errichtung des LWB-Zentrums Wittenberg beschlossen. Das DNK/LWB in Hannover wurde gebeten, die nötigen Schritte einzuleiten. Im Juli 2008 wurde Pastor Hans W. Kasch für die Stelle des Direktors gewählt. Er trat am 1. Februar 2009 seinen Dienst in Wittenberg an. Seit 1. Januar 2012 arbeitet Annette Glaubig als Projektasisstentin mit und vom 1. Januar 2014 an verstärkt der Studienleiter Pfarrer Joachim Zirkler das Team.

500 Jahre nach dem Beginn der Reformation gibt es weltweit lutherische Kirchen. Das muss auch im Rahmen des Jubiläums sichtbar gemacht werden. Dementsprechend ist eine erkennbare Beteiligung der LWB Mitgliedskirchen am Organisationsprozess und den Feierlichkeiten erforderlich. Dazu gehört die Diskussion von Fragen wie: Welche theologische Bedeutung hat die Reformation für unser Kirchesein? Welche Aspekte der Wirkungsgeschichte in der Vergangenheit sind für unsere Kirchen in der Zukunft wichtig?

Hintergrund

Die Stadt Wittenberg ist die Wiege der Reformation. Hier lebte und lehrte Luther; hier wurden die 95 Thesen, wesentlicher Auslöser des Prozesses der Reformation, erstmals veröffentlicht. Die von hier ausgehenden Impulse beeinflussten maßgeblich die Entwicklung von Kultur und Denken der Moderne. Wittenberg gewinnt im ökumenischen Kontext zunehmend an Relevanz. Die Stadt wurde als Identifikationsort der evangelischen Kirchen erkannt und dementsprechend als Gastgeberin des zweiten Schrittes im Vorbereitungsprozess auf die Dritte Ökumenische Versammlung in Hermannstadt 2007 gewählt. Auch wurde in Wittenberg der EKD Zukunftskongress ausgerichtet.

Zur Zeit der DDR durchlebten auch die ChristInnen Wittenbergs bis 1989 schwere Zeiten, die fortwirken in der Säkularisierung der Gesellschaft und dem Verlust der christlichen Tradition. Inmitten politischer Restriktion hatten die ChristInnen der DDR jedoch bedeutenden Anteil daran, dass ein friedlicher Wandel des politischen Systems möglich wurde. Ihr Beispiel kann der lutherischen Gemeinschaft Vorbild dafür sein, wie Kirchen in ihrer jeweiligen Gesellschaft ihre Rolle als Brückenbauerin wahrnehmen können. Heute sind die ChristInnen in Wittenberg eine Minderheit. Sie teilen diese Situation samt den damit einhergehenden Problemen mit vielen anderen weltweit.

Die Welt zu Gast in Wittenberg

Das LWB-Zentrum ist auf eine Zusammenarbeit mit den Mitgliedskirchen angewiesen. Darum arbeiten im Beirat für das Zentrum Vertreter und Vertreterinnen aus Genf, aus dem Bereich des DNK und anderer Mitgliedskirchen des LWB sowie aus dem univisitären Bereich mit. Z.Zt. sind die Kirchen in den USA, in Ungarn, der Slowakei, in Finnland, Estland und Dänemark vertreten. Die örtliche Kirche und die EKD-Geschäftsstelle gehören ebenfalls dazu. Der Beirat trifft sich mindestens einmal im Jahr und "begleitet die Arbeit des Direktors bzw. der Direktorin des Zentrums und ist verantwortlich für die angemessene Umsetzung des LWB-Programms." (aus der Satzung für den Beirat)

Das Budget für die Aufgaben des Zentrums wird aus Programmgeldern des LWB sowie über Fundraising aus anderen Quellen gefüllt. Gehalts- und Sachkosten werden von der VELKD und dem DNK/LWB getragen.

Das LWB-Zentrum als Programm des LWB ist für die Verwendung der Programmmittel nach den üblichen Kriterien rechenschaftspflichtig. Jährliche Besuche beim Stab in Genf sichern die Einbindung in die LWB-Strukturen.